Stürmische Zeiten, es brodelt, früher war alles besser oder ein Bericht zum Herbsttreffen der GDT Regionalgruppe IX am 06.11.2010
„Früher war alles besser…“ Ein leicht dahin gesagter Satz, oft auf wackeligem Fundament der selten einem genaueren Hinterfragen standhält. Ob in der GDT früher alles besser war, wage ich zu bezweifeln. Vielleicht eher anders, aber auch das ist eher eine Sache der Wahrnehmung und der eigene Position und anders ist nicht gleichbedeutend mit schlechter. Vielleicht ist die rosa Wolke der Glückseligkeit mit dem Blick auf die Vergangenheit einiger unserer Regionalgruppenmitglieder auch dadurch bedingt, das sich ihr Platz im Gefüge GDT verschoben hat … Aber unabhängig davon, ob man ein paar Jahre älter geworden ist, kann jeder seine Erfahrungen, sein Wissen, seine Kreativität einbringen und aktiv mitgestalten. Sich mit verschränkten Armen in eine Schmollecke zurückzuziehen, ist der leichtere Weg. Sich neuen Herausforderungen zu stellen, auch eigene Ansichten zu hinterfragen und Konflikte auszuhalten, ist schwieriger, aber befriedigender. Ich kenne viele denen das gelingt, die diesen Weg gerne gehen, und das ist auch gut so.
Aber der Reihe nach…
Anfang November zeigten sich die alten Buchenwälder des Müritz Nationalparks von ihrer farbenprächtigsten spätherbstlichen Seite. Der Termin für unser Herbsttreffen schien wieder perfekt gewählt. Wäre da nicht diese eine Nacht X gewesen und ein heftiger Herbststurm übers Land gezogen, der all die bunte Pracht ziemlich gewaltsam von den Bäumen rüttelte …
So standen die Naturfotografen, die sich schon am Freitag auf zum Jugendwaldheim Steinmühle gemacht hatten, mit hängenden Schultern in ihrem Lieblingswald. Schauten auf das kahle Geäst über ihren Köpfen, schurrten im bunten Laub zu ihren Füßen und erinnerten sich an den nicht unbedeutenden, reizvollen Aspekt der Naturfotografie – die Unwägbarkeit.
Mit Einbruch der Dunkelheit versammelten sich sieben von uns am großen runden Tisch in der Steinmühle, genossen die Wärme des Lehmofens, aßen und tranken was jeder auf den Tisch stellte, plauschten entspannt bis spät am Abend, blödelten ein bisschen und warfen einen Blick auf die fotografische „Jagdbeute“ zurückliegender Monate.
Am nächsten Morgen klingelte der Wecker zeitig. Für uns zu zeitig … . Es war lausig kalt, der Himmel trug sein graustes grau und es regnete vor sich hin. Mochte man da wirklich raus oder doch noch eine weitere Tasse Kaffee als Verzögerungstaktik? Der Erste verschwand im Unterholz und ward für Stunden nicht mehr gesehen. Die anderen trabten im Gänsemarsch das Seeufer entlang. Die Abstände wurden immer größer. Irgendwann hatte jeder sein Motiv gefunden, an dem er sich wenigsten versuchen wollte. Die Regenfestigkeit der eigenen Kamera gehört ja auch mal getestet…
Für manchen lag immer noch nicht genug Laub, zumindest nicht an der richtigen Stelle.
Andere ignorierten die Fülle und ließen sich von einem Blatt inspirieren oder gingen gleich den Weg der Abstraktion.
Gegen Mittag füllte sich der Parkplatz an der Steinmühle und an die 20 Naturfotografen versammelten sich zu 13.30 Uhr im Seminarraum. Mit Elke Riedel, Marion Müller, Klaus-Herbert Schröter, Michael Dieke und seiner Freundin konnten wir einige neue GDTler bzw. Gäste in unserer Runde begrüßen. Schön, dass ihr den Weg zu uns gefunden habt!
Der Rechenschaftsbericht war schnell verlesen. Unser Ausflug in die Kormorankolonie, das Sommertreffen bei Familie Wölfel und die Gemeinschaftsexkursion mit den Berlin-Brandenburger GDTlern Ende September gaben dem der es wollte in den zurückliegenden Monaten die Chance, in der Gruppe etwas zu unternehmen, Freunde zu finden und sein naturfotografisches Profil weiterzuentwickeln. In der Zeitschrift „Naturblick“ veröffentlichte die Gruppe ein Portfolio. Im Zingster Hotel „Vier Jahreszeiten“ zeigten Mitglieder anlässlich des 20jährigen Nationalparkjubiläums eine Auswahl ihrer Arbeiten. Unsere Regionalgruppenausstellung „Natur – Momentaufnahmen“ war am Jahresanfang in der Landeshauptstadt Schwerin, im Frühjahr in Potsdam und über die Sommermonate im Rostocker Umland zu sehen. An dieser Stelle noch einmal ein herzlicher Dank an alle, die sich in den letzten Monaten engagiert um die Betreuung der Ausstellung gekümmert haben und ein dringender Appell an den Rest, sich in den nächsten Monaten hier einzubringen. Es ist unsere Ausstellung!
Der regionalgruppeneigene Newsletter ist mittlerweile bei Auflage Nr. 14 angekommen.
Für das Jahr 2011 liegen zum momentanen Zeitpunkt folgende Termine an:
24.02.2011 Abbau der Wanderausstellung im Stattlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Rostock
25.02.2011 Aufbau der Wanderausstellung in der Radiologischen Klinik Rostock
29.04-01.05.2011 Gemeinschaftsexkursion mit den Berlin-Brandenburger GDTlern in die Steinmühle
13.05.-16.05.2011 Ausflug zu Wattwurm & Co auf die Hallig Hooge
27.08.2011 Sommertreffen bei Familie Lothar Wölfel in Horst bei Greifswald
28.10.-30.10.2011 Naturfotofestival der GDT in Lünen
05.11.2010-06.11.2011 Herbsttreffen der Regionalgruppe in der Steinmühle und Neuwahl der Regionalgruppenleitung
Die anschließende Diskussion hatte für das recht unterkühlte mecklenburger Naturell eine ungewohnte Schärfe und sorgte bei unseren Gästen für einige Irritationen. Wir kennen uns lange genug, um zu wissen wie wir uns gegenzeitig provozieren und verletzen können. Aber das sind scheinbare Siege mit einem schalen Nachgeschmack. Eine Mischung aus Geschichten des letzten Jahrtausends, Halbwahrheiten, Vorwürfen und Hörensagen bringt niemanden weiter. Nutzt die Möglichkeit die Euch die „große GDT“ bietet und lest das Intern oder die Informationen auf der Webseite über Ziele, Positionen und Entwicklungen der Gesellschaft. Sucht das direkte Gespräch in einer sachlichen Atmosphäre, bringt euch ein! Die „Nachbeben“ dieser Auseinandersetzung erreichte viele der Gruppenmitglieder in einer für manche schwer einordbaren Mailkorrespondenz.
Nur Kaffeepause und Abendessen unterbrachen die anschließende große Bilderschau. Elke Riedel, Mario Müller, Christian Lübke und Michael Dieke stellten sich der Gruppe in Kurzportraits vor und gaben überraschende und spannende Einblicke in ihre naturfotografische Arbeit, eigene Entwicklungen und Beweggründe. Dr. Hans- Jürgen Gottschalk hat einige Bildbeispiele aus seinem Diaarchiv herausgesucht um den Nichtbiologen und naturkundlichen Laien unter uns einen kleinen Leitfaden zur korrekten Orientierung im Riesenreich von Käfer, Ameise & Co zu geben.
Sandra Bartocha berichtete von der Arbeit der Jury des Europäischen Naturfotografen 2010. Die gezeigten Bilder ermöglichten uns doch einen ziemlich weiten Blick über den eigenen Tellerrand. Silko Bednarz präsentierte farbenprächtige, herbstliche Impressionen, entstanden vor der Nacht X. Torsten Karock nahm uns als naturfotografischer Weltenbummler einmal mit rund um den Globus. Das Abenteuer Afrika war Inhalt der Bildauswahl von Detlef Sechting. Unter dem Titel „Jenseits von Wolgograd oder Bilder einer Reise nicht nur zu den Steppenadlern“ stelle Dr. Peter Wernicke aktuelle Arbeiten vor.
Erich Hoyer, Jürgen Reich, Sandra Bartocha, Dr. Peter Wernicke und Elke Riedel stellten der Gruppe ihre aktuellen Publikationen vor und luden zum Blättern in ihren Büchern und Kalendern ein.
Spät traten die ersten die Heimfahrt an. Ein paar verweilten noch auf eine Nach(t)rund mit ein Glas Wein im „Lehmofenzimmer“.
Am Sonntagmorgen bedeckte ein zarter Hauch von Raureif das Laub. Einige drehten vor dem Frühstück eine kleine Runde durch den nahen Wald oder fingen die Nebelstimmung über dem See an der Steinmühle ein. Fröstelnd saßen wir dann beim gemeinsamen Morgenkaffee. Die Sachen waren schnell zusammengepackt, die Zimmer geräumt, die Flure gefegt … ein gemeinsames Wochenende neigte sich seinem Ende. Schön, dass ihr da wart, macht euch auch nächstes Jahr wieder auf den Weg. Auf die eine oder andere Weise lohnt es sich immer.
Ein herzlicher Dank an Hans-Ulrich Horn, der sich in diesem Jahr wieder um kleine Knabbereien und Getränke kümmerte, an Sandra Bartocha, die uns ihre Projektionstechnik zur Verfügung stellte und natürlich an das Team des Jugendwaldheims, das für uns die Türen der Steinmühle wieder weit öffnete.
Ach ja, auf einem der Schokoladentäfelchen, das ich am Freitagabend bei unser „Lehmofenrunde“ verdrückte, stand folgender Spruch: “Lehne es nicht ab, das Negative zu Kenntnis zu nehmen. Weigere dich lediglich, Dich ihm zu unterwerfen.“
In diesem Sinne
Claudia Müller
Bilder: Sandra Bartocha, Volker Bohlmann, Christoph Völzer, Claudia Müller
Aber der Reihe nach…
Anfang November zeigten sich die alten Buchenwälder des Müritz Nationalparks von ihrer farbenprächtigsten spätherbstlichen Seite. Der Termin für unser Herbsttreffen schien wieder perfekt gewählt. Wäre da nicht diese eine Nacht X gewesen und ein heftiger Herbststurm übers Land gezogen, der all die bunte Pracht ziemlich gewaltsam von den Bäumen rüttelte …
So standen die Naturfotografen, die sich schon am Freitag auf zum Jugendwaldheim Steinmühle gemacht hatten, mit hängenden Schultern in ihrem Lieblingswald. Schauten auf das kahle Geäst über ihren Köpfen, schurrten im bunten Laub zu ihren Füßen und erinnerten sich an den nicht unbedeutenden, reizvollen Aspekt der Naturfotografie – die Unwägbarkeit.
Mit Einbruch der Dunkelheit versammelten sich sieben von uns am großen runden Tisch in der Steinmühle, genossen die Wärme des Lehmofens, aßen und tranken was jeder auf den Tisch stellte, plauschten entspannt bis spät am Abend, blödelten ein bisschen und warfen einen Blick auf die fotografische „Jagdbeute“ zurückliegender Monate.













Für das Jahr 2011 liegen zum momentanen Zeitpunkt folgende Termine an:
24.02.2011 Abbau der Wanderausstellung im Stattlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Rostock
25.02.2011 Aufbau der Wanderausstellung in der Radiologischen Klinik Rostock
29.04-01.05.2011 Gemeinschaftsexkursion mit den Berlin-Brandenburger GDTlern in die Steinmühle
13.05.-16.05.2011 Ausflug zu Wattwurm & Co auf die Hallig Hooge
27.08.2011 Sommertreffen bei Familie Lothar Wölfel in Horst bei Greifswald
28.10.-30.10.2011 Naturfotofestival der GDT in Lünen
05.11.2010-06.11.2011 Herbsttreffen der Regionalgruppe in der Steinmühle und Neuwahl der Regionalgruppenleitung
Die anschließende Diskussion hatte für das recht unterkühlte mecklenburger Naturell eine ungewohnte Schärfe und sorgte bei unseren Gästen für einige Irritationen. Wir kennen uns lange genug, um zu wissen wie wir uns gegenzeitig provozieren und verletzen können. Aber das sind scheinbare Siege mit einem schalen Nachgeschmack. Eine Mischung aus Geschichten des letzten Jahrtausends, Halbwahrheiten, Vorwürfen und Hörensagen bringt niemanden weiter. Nutzt die Möglichkeit die Euch die „große GDT“ bietet und lest das Intern oder die Informationen auf der Webseite über Ziele, Positionen und Entwicklungen der Gesellschaft. Sucht das direkte Gespräch in einer sachlichen Atmosphäre, bringt euch ein! Die „Nachbeben“ dieser Auseinandersetzung erreichte viele der Gruppenmitglieder in einer für manche schwer einordbaren Mailkorrespondenz.



Am Sonntagmorgen bedeckte ein zarter Hauch von Raureif das Laub. Einige drehten vor dem Frühstück eine kleine Runde durch den nahen Wald oder fingen die Nebelstimmung über dem See an der Steinmühle ein. Fröstelnd saßen wir dann beim gemeinsamen Morgenkaffee. Die Sachen waren schnell zusammengepackt, die Zimmer geräumt, die Flure gefegt … ein gemeinsames Wochenende neigte sich seinem Ende. Schön, dass ihr da wart, macht euch auch nächstes Jahr wieder auf den Weg. Auf die eine oder andere Weise lohnt es sich immer.
Ein herzlicher Dank an Hans-Ulrich Horn, der sich in diesem Jahr wieder um kleine Knabbereien und Getränke kümmerte, an Sandra Bartocha, die uns ihre Projektionstechnik zur Verfügung stellte und natürlich an das Team des Jugendwaldheims, das für uns die Türen der Steinmühle wieder weit öffnete.
Ach ja, auf einem der Schokoladentäfelchen, das ich am Freitagabend bei unser „Lehmofenrunde“ verdrückte, stand folgender Spruch: “Lehne es nicht ab, das Negative zu Kenntnis zu nehmen. Weigere dich lediglich, Dich ihm zu unterwerfen.“
In diesem Sinne
Claudia Müller
Bilder: Sandra Bartocha, Volker Bohlmann, Christoph Völzer, Claudia Müller