Von der Naturfotografie bei amphibischen Wetter oder der Landschaftsfotografie mit integrierter Graukarte – ein Bericht über die Gemeinschaftsexkursion der Berlin-Brandenburger und Mecklenburg- Vorpommerschen GDTler vom 24.9.-26.9.2010
alle guten Dinge sind (mindestens) drei und so trafen sich Ende September die Regionalgruppe IX der GDT und die Fotofreunde der SandmeerKiefernmeerNichtsmehrregion südlich von hier aus der Regionalgruppe III zu einer Neuauflage unserer gemeinsamen Fotowochenenden.
Die Mecklenburg-Vorpommern zeigten sich nicht als besonders reisefreudig im eigenen Land und waren nur 4. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich mit Elke Riedel eine neue GDTlerin in unserer (Landes-)Runde begrüßen konnte. Die Berlin- Brandenburger Naturfotografen reisten mit ihren naturbegeisterten Frauen, einer munter unternehmungslustigen Kinderschar & Hund an, so das zur abendlichen Bilderschau in der Jugendherberge Güstrow an die 30 in Richtung Beamer blickten. Was da im Laufe des Abends in seiner ganzen Vielfalt über die Leinwand flimmerte, war Naturfotografie vom Feinsten in all ihren Facetten, Handschriften und kreativen Grenzgängen. Es wurde über Sichten, Bildwirkung & technische Herangehensweise diskutiert, Hoch- und Querformate gefunden und verworfen, Beschnitte geprobt und weise Sprüche dem aktuellen Anlass gemäß in „Der Mensch wächst mit seinen Filtern“ umgewandelt. ? Für den Kommentar des Abends sorgte Antje Templiners Tochter die als kleiner kreativer naturfotografischer Dreikäsehoch die gesetzteren Herren zu einem „ Die Konkurrenz schläft nicht, auch wenn sie früher ins Bett muss.“ veranlasste. Gut so !!! Der in der Einladung formulierten Bitte nach ein bisschen Knapperzeug & Co für die gemütliche Runde wurde reichlich Folge geleistet. Die lange Tafel verwandelte sich kurzzeitig in eine leckere Süßwarenbörse und die anwesenden Naturfotografen zeigten sich nicht nur als Kenner von Pixelsalat, Blende und Farbtemperatur sonders auch als kundige Schokoholiker.
Irgendwann zu später Stunde offenbarte Donnergegrummel und energisches Regengetrommel, das nicht jeder seine privaten Wetterfrösche bei guter Laune gehalten hatte. Das morgendliche Weckerklingeln konnte somit um eine gute Stunde in Richtung direkten Weg zum Frühstücksbuffet verlegt werden, denn ein Sonnenaufgang mit großem Drama & Farbigkeit fiel aus.
Der morgendliche Himmel über Güstrow zeigte sich als strukturlose graue Soße. ?
Auf vielfachen Wunsch der Berlin- Brandenburger war ein Besuch im Natur- und Umweltpark der Stadt Güstrow als Hauptprogrammpunkt für den Sonnabend vorgemerkt. Den Variationen in Grau die über der Stadt hingen zum Trotz, stand ein buntgekleideter munter schwatzender Haufen regenfest, gutgelaunt und hochmotiviert um 11.00 Uhr am Eingangstor des weitläufigen Parks. Der hatte im vergangenen Jahr seinen 50 Geburtstag gefeiert und entwickelte sich in den zurückliegenden Jahrzehnten vom kleinen Heimattierpark mit Rehlein & Co. zu einem Landschafts- und Wildpark mit heimischer Flora und Fauna UND einer großen Ausrichtung in Sachen Umweltbildung.
Der Lageplan wurde gedreht und gewendet, sich 3 x im Kreise gedreht und schon waren die Ersten verschwunden…
Um es kurz zu machen - die letzten Naturfotografen eilten gegen Einbruch der Dunkelheit & eines mehr als heftigen Regens aus dem Parktor. Die Stunden dazwischen wurde den felligen, befiederten und schuppigen Bewohnern des Parks mit Allem was Brennweite, Isozahlen und Blenden hergaben, gehörig auf Pelz/Feder/Schuppe gerückt. Speicherkarten füllten sich erstaunlich schnell und kreativ. Hier und da gab es kleine Fotografenzusammenballungen die bei den restlichen Besuchern Verwunderung auslösten und zu wilden Spekulationen führten.
Für die Kindertruppe war der weitläufige Park mit und ohne Kamera der größte Abenteuerspielplatz des Tages und nur mit Forderungen nach Schokoriegel & Pommes erinnerten sie sich an die Existenz von Eltern. ?
Viele waren sich sicher, dass es vielleicht ihr erster, aber nicht ihr letzter Besuch im NUP Güstrow war.
An dieser Stelle ein herzlicher Dank an die Parkleitung und ihre engagierten Mitarbeiter.
Zum Abendessen schlängelte sich noch einmal eine kleine Autokaravane durch die finstere Nacht…
Der „Waldhof“ in Mühlen Rosin hatte für uns ein leckeres vegetarisches Herbstmenü zusammengestellt
und setzte unserem Tag damit ein schönes kulinarisches Ende.
Zurück in der Herberge wurden erste Speicherkarten am Laptop durchgerödelt, die Bilder des Tages gesichtet, erste kleine Preziosen herausgepickt, Begeisterung und Zuspruch für die Ergebnisse der anderen verteilt. Das eine oder andere Gläschen Wein wurde geleert, so manches Pralinchen verdrückt und umso mehr Inhalt von Flaschen und Schachteln schrumpften, verkleinerte sich auch das Häufchen wacher Fotografen…
Der Sonntag wusste nicht so recht warum der SONNtag hieß, bot aber zum Grau des Vortages noch eine dicke Nebelsoße. Manch einer mochte beim Frühstück kaum aus dem Fenster schauen und unsere mit leuchtenden Augen vorgetragenen Beteuerungen als ortskundige Waldläufer, das dies das perfekte Wetter für unseren geplanten Ausflug sei, ließen nicht alle scharfen Stirnfalten verschwinden. Egal, die Sachen wurden in den Autos verstaut und wir machten uns (wie passend) auf in das NEBELtal. Von dem ca. 60km langen Flusslauf hatten wir uns den Abschnitt zwischen Kuchelmiß und Serrahn herausgesucht und schon als die ersten gerademal so aus ihren Auto gekrabbelt waren erklang ein „Oh, wie schön“. Der Rest der Geschichte verlief ähnlich wie der berühmte Agathe Ch. -Krimi mit der sich reduzierenden Teilnehmerzahl… nach geschätzten 5 Minuten Wegstrecke versanken die ersten Naturfotografen im Gras und widmeten sich einem pilzüberwucherten Baumstamm. Überhaupt gewann man schnell den Eindruck, es gab mehr Pilze im Wald als Bäume und so mancher war hin und hergerissen zwischen den Prioritäten Pfanne oder Makroobjektiv. Die nächsten blieben an der ersten Brücke mit dem wundervollen Blick auf das steinige Nebelbett wie angewurzelt stehen und rammten ihre Stativbeine in den Boden… und vom Rest fand man auf der Wegstecke abgelegte Fotorucksäcke, hörte „Aaahs“ & „Ooohs“ aus dem Unterholz, hier und da ein leises Fluchen über nasse Füße und ansonsten wirkten alle recht zufrieden. Der Regen hatte für kräftige satte Farben gesorgt. Der Nebel gab der Flusslandschaft Tiefe und Stimmung. Über der ganzen Szenerie lag eine wunderbare Waldstille untermalt vom Gemurmel des Flusses…
Am frühen Nachmittag versammelten sich die letzen Waldläufer auf eine gemeinsame Tasse Kaffee an der alten Wassermühle Kuchelmiß. Ein Trupp Kraniche der über unsere Köpfe zog, gab das Signal. Es war Zeit aufzubrechen…
Es waren schöne Stunden mit Humor, Lachen, guten Gesprächen und Naturfotografie unter nicht ganz einfachen Bedingungen. Vielen Dank an alle die ihre Bilder vorgestellt haben und an alle die das gemeinsame Wochenende zu dem gemacht haben, was es war…
Claudia Müller
Bilder: Florian Pankewitz, Elke Riedel, Volker Herrmann, Michael Dieke, Silko Bednarz, Claudia Müller
www.nup-guestrow.de
www.waldhof-mv.de
www.jugendherberge-guestrow-mv.de
Claudia Müller
Bilder: Florian Pankewitz, Elke Riedel, Volker Herrmann, Michael Dieke, Silko Bednarz, Claudia Müller
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